
Ein musikalisches Werk wie ein Haus, gebaut aus Tönen, Texten und Rhythmen – doch was passiert, wenn eines der Elemente aus dem Gleichgewicht gerät? Ersin Mihci erforscht am Orient Institut Istanbul, wie osmanische Musik geschaffen und weitergegeben wurde und wie diese Kunst durch den Einfluss westlicher Musik tiefgreifend verändert wurde.
Das Projekt „Tanz/Musik digital“ erschließt historische Ballettkunst neu: Erstmals werden Musik und Bewegung in einer digitalen Edition vereint und historische Choreographien in 3D-Animationen visualisiert. Das Projektteam bringt Musikhandschriften, choreographische Notationen und ikonographische Quellen zusammen, um Tänze des 18. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. Ein spannendes Projekt, das nicht nur neue Einblicke in die Ballettgeschichte gibt, sondern eine zukunftsweisende Grundlage für die digitale Tanzforschung schafft.


Wie und zu welcher Zeit haben sich die heutigen Nationen im Osten Europas herausgebildet? Der Historiker Andrej Doronin zeichnet die komplexe Entstehungsgeschichte der osteuropäischen Nationen nach.
Die Erforschung der Baugeschichte, Innenausstattung und Sammlungsgeschichte des Palais Beauharnais steht im Zentrum dieses seit 2002 bestehenden Projektes am DFK Paris. Die Residenz des deutschen Botschafters, die noch heute den Namen seines berühmtesten Besitzers, des Prinzen Eugène de Beauharnais (1781–1824) trägt, ist nicht nur einer der wichtigsten Ort der deutsch-französischen Beziehungen in Frankreich, sondern auch das bedeutendste noch erhaltene Palais aus der Zeit Napoleons in Paris.


Während des Zweiten Weltkriegs gerieten bis zu 5,7 Millionen sowjetische Militärangehörige – Männer und Frauen – in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mehr als drei Millionen starben an den unmenschlichen Bedingungen der Gefangenschaft oder wurden ermordet. Das deutsch-russische Regierungsprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“ klärt ihre Schicksale, erschließt neue Archivdokumente und erinnert an eines der größten Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.
Erinnerungskultur ist ohne eine grundlegende Infrastruktur wie materielle Bautechnik, zeitliche Planung oder finanzielle Fördermittel nicht denkbar. Dennoch finden diese „unsichtbaren“ Prozesse in der Forschung zum kulturellen Gedächtnis nur wenig Beachtung. Ein Forschungsprojekt am Deutschen Historischen Institut Warschau widmet sich diesen Prozessen und untersucht ihren Einfluss auf die Entwicklung verschiedener Gedenkformen.


„Travelling Art Histories“ ist als mobiles Forschungsprojekt am DFK Paris entstanden. Es handelt von Begegnungen zwischen Lateinamerika und Europa. Welche Rolle aktuelle Paradigmenwechsel in den Geisteswissenschaften spielen, wie es zur Idee der „Travelling Art Histories“ kam und welche Herausforderungen die Corona-Pandemie aktuell stellt, erklärt Lena Bader.
Ein Klick, und man taucht ein in eine andere Welt: Wie sah es im Schloss des Sonnenkönigs aus? Welche Pariser Sehenswürdigkeiten musste man unbedingt gesehen haben? Und wie verlief die Weiterreise aus den Zentren der Macht nach Toulouse, Lyon oder Marseille? Antworten auf diese Fragen sind auf der deutsch-französischen Webseite ARCHITRAVE zu finden.

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