Stiftungskonferenz in Warschau: „Border Matters“ zu Verkörperung, Umwelt und Infrastruktur von Grenzräumen

Die Max Weber Stiftung (MWS) und das Deutsche Historische Institut (DHI) Warschau laden vom 4. bis 6. Mai 2026 zur Stiftungskonferenz „Border Matters: Embodiment, Environment, and Infrastructure of Border Spaces“ nach Warschau ein. Die Tagung bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Netzwerk der MWS und weiteren Forschungseinrichtungen zusammen.

Im Zentrum der Stiftungskonferenz stehen Grenzräume als soziale, materielle und politische Räume. Die Beiträge fragen nach der Bedeutung von Grenzen für Körper, Umwelt und Infrastruktur. Thematisiert werden historische und gegenwartsbezogene Perspektiven auf Grenzziehungen, Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen. „Kaum eine Region in Europa war in der Vergangenheit so stark von Grenzverschiebungen geprägt wie Ostmitteleuropa. Am DHI Warschau untersuchen wir, wie territoriale Veränderungen das Leben der Menschen in diesem Raum beeinflussten. Das bringt uns dazu, diese Fragen auch in Bezug auf andere Regionen zu stellen, in denen die Max Weber Stiftung tätig ist“, so Magdalena Saryusz-Wolska, Direktorin des DHI Warschau, über die Wahl des Konferenzthemas.

Eröffnet wird die Tagung am Montag, 4. Mai 2026, mit einer Keynote von Michal Frankl vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO), Abteilung Prag. Unter dem Titel „Humanitarian Border Crossings: Aid in No Man’s Land“ spricht er über humanitäre Hilfe für Geflüchtete in den „Niemandsländern“ Ostmitteleuropas in den späten 1930er Jahren. Der Vortrag beleuchtet, wie sehr Grenzübergänge und Grenzerfahrungen humanitäres Handeln prägten.

Am 5. und 6. Mai 2026 folgen fünf Sektionen: zu Phantomgrenzen, zu Grenzziehungen im urbanen Raum, zur Neudefinition imperialer Grenzräume, zur materiellen Dimension von Grenzziehungen sowie zur Bürokratie an der Grenze. Die Beiträge befassen sich unter anderem mit den Nachwirkungen historischer Grenzen auf Infrastrukturen, mit Grenzräumen im Südkaukasus, mit queeren Unterwelten, mit Landrechten in kolonialen Grenzregionen, mit maritimen Territorialkonflikten sowie mit Grenzregimen und finanziellen Kontrollen als Praktiken des Borderings. Eine Podiumsdiskussion mit Ettore Recchi (Sciences Po), Julia Buyskykh (University College Cork) und Jan Musekamp (DHI Warschau) unter dem Titel „Uncommon Experiences: Sharing Borders in Contemporary Europe“ beschließt den zweiten Konferenztag.

Die Veranstaltung findet im Vortragssaal im 3. Stock des Deutschen Historischen Instituts Warschau statt. Die Keynote wird aufgezeichnet und im Nachgang auf dem Youtube-Account des DHI Warschau zur Verfügung stehen.

Konferenz: Border Matters: Embodiment, Environment, and Infrastructure of Border Spaces
Datum: 4.–6. Mai 2026
Ort: Deutsches Historisches Institut Warschau, Aleje Ujazdowskie 39, 00-540 Warszawa

Weitere Informationen und das vollständige Programm 

Das Deutsche Historische Institut Warschau ist ein Institut der Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (MWS). Die Stiftung fördert Forschung auf den Gebieten der Geschichts-, Kultur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in ausgewählten Gastländern. Dafür unterhält sie weltweit Institute sowie Forschungsgruppen und Büros. Die MWS wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert. 

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Carla Schmidt
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Max Weber Stiftung –
Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland
Rheinallee 6, 53173 Bonn
Tel.: +49 (0)228 377 86 38
E-Mail: schmidt@maxweberstiftung.de
www.maxweberstiftung.de

 

Katarzyna Homan
Sekretariat
Deutsches Historisches Institut Warschau
Tel.: +48 22 525 83 10
E-Mail: katarzyna.homan(at)dhi.waw.pl

 

Andrew Tompkins
Konferenzorganisation
Deutsches Historisches Institut Warschau
Tel.: +48 22 525 83 07
E-Mail: andrew.tompkins(at)dhi.waw.pl