Tagung vom 9. bis 11. Juni 2027 in Paris
Ab dem 13. Jahrhundert ging die graduelle Institutionalisierung des Pariser Parlaments mit der Konsolidierung der königlichen Macht in Frankreich einher und spielte eine zentrale Rolle in der Verwaltung des Königreichs. Diese Tätigkeit resultierte in der Entwicklung des Parlaments zu einem der bedeutendsten Archivproduzenten des Mittelalters. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass das "océan documentaire" einen besonderen Umfang an Informationen aufweist. Die Entwicklung umfassender Forschungsinstrumente trug weiterhin zu einem erleichterten Zugang zu den Beständen bei und führte gleichzeitig zu neuen wissenschaftlichen Fragestellungen.
Die Nutzung künstlicher Intelligenz wirft gegenwärtig die Frage nach der Strukturierung der Rechercheinstrumente und der Vervollständigung der Metadaten für eine nachhaltige Nutzung auf. Aufgrund ihres dokumentarischen Wertes stellen die Bestände eine fundierte Grundlage für Studien zur Geschichte der mittelalterlichen Rechtsprechung und Verfahrensweise dar. Die vor dem Parlament herrschende Vielfalt der Akteure und Konflikte eröffnet jedoch auch Perspektiven für die Analyse von politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Geschichte.
Die Tagung verfolgt zwei Ziele: Einerseits sollen Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen, die gegenwärtig mit dem Archivbestand des Parlaments arbeiten, zusammengebracht und dazu angeregt werden, über neue Forschungsperspektiven zu diskutieren, die sich aus einem erneuerten Zugang zu den Archiven ergeben können. Darüber hinaus dient sie der Erfassung des Status quo der Nutzung der Forschungsinstrumente, die sukzessive zusammengestellt wurden. Darüber hinaus sollen Überlegungen zur zukünftigen Forschungsinstrumente angestellt werden.
Organisiert von
Lionel Germain (CNRS - IHD Jean Gaudemet/CEHJ)
Elisabeth Schmit (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne - LaMOP)
Pauline Spychala (DHIP)
Mathieu Stoll (Archives nationales
Teilnahmebedingungen
Es bestehen zwei Möglichkeiten für die Vortragsformate: Ein kurzes Format von 20 Minuten für die Vorstellung von Projekten und Forschungsperspektiven oder ein längeres Format von 30 Minuten für detailliertere Präsentationen von Methoden oder Ergebnissen.
Um das oben genannte Ziel zu erreichen, werden mehrere Schwerpunkte vorgeschlagen (die nicht ausschließlich sind):
- die Parlamentsarchive im Dienste der Parlamentsgeschichte
- die Parlamentsarchive im Dienste neuer Forschungsperspektiven
- Methoden, Instrumente und digitale Experimente
Die eingereichten Vorschläge sind bis zum 15. September 2026 an parlamentar2027@gmail.com zu richten.
Die Tagung wird vom 9. bis 11. Juni 2027 in Paris stattfinden. Veranstaltungsorte sind das Nationalarchiv und das Deutsche Historische Institut.