Der Vortrag geht von einer ostmitteleuropaspezifischen Erfahrung des Ersten Weltkriegs aus und versucht, einige Merkmale des historiographischen Umgangs mit dem Thema sowie der realgeschichtlichen Erlebnisse der Menschen in der Region zu skizzieren.
In den Fallstudien geht es erstens um die „Kriegsbegeisterung“ im Sommer 1914, deren ostmitteleuropäische Besonderheiten am Beispiel von Prag exemplifiziert werden. Zweites Thema ist die Übergangsphase zwischen Hinterland und Besatzungsgebiet (bzw. umgekehrt), sowie die Frage der „Kollaboration“ und deren Ahndung durch die alt-neuen Behörden; damit verbunden um einige, besonders spektakuläre Kriegsverbrechen u.a. entlang der russischen Westfront 1914-1915. Drittens wird die Vergleichbarkeit der Erfahrungen der Zivilbevölkerung in Hinterland und Besatzungsgebiet vor allem am rumänischen Beispiel thematisiert.
Ein Vortrag von Prof. Borodziej (Warschau).
Veranstaltungsort: Konferenzraum des DHI Moskau.
Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr