Vom Gastarbeiter zum Weltbürger: Ein autobiografischer Rück- und Ausblick aus der Forschung

Vortrag, OI Istanbul

Ein Vortrag von Frau Prof. Dr. Nermin Abadan-Unat.

Nermin Abadan-Unat wurde 1921 in Wien geboren. Nach ihrem Jurastudium in Istanbul führte sie ihre Studien als Fullbright-Stipendiatin in den USA an der Universität von Minnesota fort. Von 1954 bis 1989 war sie an der Fakultät für Politische Wissenschaft der Universität Ankara tätig, wo sie den Lehrstuhl für Politische Soziologie gründete. Parteiwesen, öffentliche Meinungsforschung und Medienwissenschaften gehörten zu ihren Hauptarbeitsfeldern.

In den 1960er Jahren erweiterte sich ihr wissenschaftliches Erkenntnisinteresse um Frauen- und Migrationsforschung. 1963 legte sie die erste empirische Studie zur Migration aus der Türkei nach Deutschland vor. Für ihre Pionierarbeit im Rahmen der deutsch-türkischen  Migrationsforschung erhielt sie 1978 das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Als Gastprofessorin lehrte sie an verschiedenen internationalen Universitäten u. a. auch an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1969–1970). Seit ihrer Emeritierung unterrichtet sie im Fachbereich Politische Wissenschaft und Internationale Beziehungen an der Boğazici Universität, Istanbul.

Neben ihrer akademischen Karriere war Nermin Abdan-Unat auch politisch engagiert: In den Jahren 1978–1980 wirkte sie als Mitglied des Senats des türkischen Parlaments und von 1978–1993 vertrat sie die Türkei in der Kommission "Gleichheit von Frau und Mann" des Europarates.

Unter ihren zahlreichen Publikationen liegen folgende Bücher auch in deutscher Sprache vor: "Die Frau in der türkischen Gesellschaft" (1985), "Türkische Migration 1960–1984" (1992), Phönix aus der Asche. Memoiren einer türkischen Akademikerin" (2004) und "Vom Gastarbeiter zum Eurotürken. Migration ohne Ende" (2005).

OI Istanbul