Kriminalität und Strafjustiz in der Moderne, 18.–20. Jh. Tagung zur Historischen Kriminalitätsforschung 2013

19.-21.09.2013, Tagung, München

Die gesellschaftliche Diskussion über Kriminalität und Strafen unterliegt Konjunkturen. Nachdem etwa in Deutschland in den letzten Jahren die Maßnahme der Sicherheitsverwahrung sowie körperliche Gewalt im öffentlichen Raum zentrale Themen waren, haben die infolge der Föderalismusreform diskutierten Strafvollzugsgesetze der Länder nach langer Zeit wieder einmal das kriminalpolitische Ziel der Resozialisierung ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass viele Probleme im gesellschaftlichen Umgang mit abweichendem Verhalten seit langem bekannt sind, die kriminalpolitischen Strategien von ihren Prinzipien her jedoch nur wenig variieren. Der Blick in die Geschichte verdeutlicht aber ebenso, dass gesellschaftlicher Wandel zeitspezifische Deliktmuster hervorbringt und dass Normen und Sanktionen immer wieder aufs Neue verhandelt werden.

Die Erforschung der Geschichte von Kriminalität und Strafjustiz kann in Deutschland mittlerweile auf eine mehr als 20-jährige Tradition zurückblicken. Die sich wandelnden Themen, Fragestellungen und Methoden verweisen darauf, dass auch die historische Kriminalitätsforschung Konjunkturen unterliegt. Während sich die Untersuchungen lange auf das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit konzentrierten; wird inzwischen auch das 19. und 20. Jahrhundert verstärkt in den Blick genommen. Der große Zuspruch, den die im Dezember 2012 in Paderborn abgehaltene Tagung zur Historischen Kriminalitätsforschung fand, hat gezeigt, dass es weiterhin reges Forschungsinteresse am Themenkomplex Kriminalität und Strafen und damit auch Bedarf an regelmäßigem Austausch und Vernetzung zwischen den Forschenden gibt.

DHI Washington