Ausgehend von den nationalen und disziplinären Unterschieden beim wissenschaftlichen Bloggen wird in diesem Vortrag die Vielfalt der Geschichtsblogs der europäisch ausgerichteten Plattform hypotheses.org vorgestellt. Seit der Gründung des Portals 2009 zeichnet sich eine Professionalisierung und Ausdifferenzierung der historischen Blogosphäre ab, die nicht ohne Auswirkung auf das Image von wissenschaftlichen Blogs allgemein bleibt. Während Geschichtsblogs bisher zumeist auch einen methodischen Ansatz mitverfolgten und sich allgemein für digitale Fragen der Disziplin interessieren, entstehen jetzt mehr und mehr thematisch eng geführte Forschungsblogs. Der Blick auf die vorhanden Blogs zeigt eindrücklich die derzeitige Praxis in der europäischen Geschichtsblogosphäre und gibt Aufschluss auf die Frage, warum Historiker/innen bloggen. Durch die Verlinkung untereinander bildet sich außerdem eine eigene Blog-Galaxie auf der Plattform, die auf diese Weise reflexive Räume hervor bringt, die "unerwartete Leser" ebenso beinhalten wie "stille Konversation" (Marin Dacos). Dies erweitert unser bisheriges, oftmals rein statistisch geprägtes Verständnis von Erfolg oder Misserfolgs von Blogs um eine weitere Komponente.
Referentin: Mareike König (DHI Paris)
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