Fotografie und visuelle Ordnungen in der Geschichte des Zarenreichs und der Sowjetunion

2.-4.10.2013, Internationaler Workshop, DHI Moskau

Fotografien sind zweidimensionale Vereinfachungen einer vierdimensionalen Wirklichkeit; sie besitzen oft eine größere Suggestionskraft als der natürliche optische Sinneseindruck. Dies erklärt, zusammen mit ihrer technischen Reproduzierbarkeit, den Aufstieg der Fotografie zu einer der wichtigsten alltäglichen Repräsentationen von Menschen, Orten und Ereignissen seit dem späten 19. Jahrhundert. Es liegt nahe, in und hinter dieser neuen Bilderwelt nach den symbolisierten Ordnungen zu suchen (seien sie familiärer, politischer oder ökonomischer Art), nach ihrer Herkunft und medialen Vermittlung, nach den ProduzentInnen und RezipientInnen. Der in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Institut Moskau und dem Sonderforschungsbereich „Bedrohte Ordnungen“ der Universität Tübingen veranstaltete Workshop widmet sich diesen Themen am Beispiel der russischen / sowjetischen Geschichte zwischen 1840 und 1990. Hierbei soll es vor allem darum gehen, thematische Schneisen für weitere Forschungen zu schlagen und laufende Projekte zu koordinieren.