Das deutsche Kolonialreich währte nur 30 Jahre und hat in der deutschen Geschichtsschreibung daher lange Zeit kaum eine Rolle gespielt. In den letzten Jahren sind jedoch viele Arbeiten entstanden und Kolonialgeschichte ist zu einem lebendigen Forschungsfeld geworden. Die meisten dieser Werke verstehen die Kolonialgeschichte jedoch als Fortsetzung der Nationalgeschichte, und sie bleiben dem nationalgeschichtlichen Paradigma verhaftet. In dem Vortrag soll daher die deutsche Kolonialgeschichte in globalgeschichtlicher Perspektive beleuchtet werden. Auf diese Weise wird die koloniale Vergangenheit über die „Schutzgebiete“ hinaus erweitert, und es gerät eine Vielzahl kolonialer Bezüge, nicht zuletzt in Europa selbst, in den Blick.
Beginn: 18 Uhr