Der römische Städtebau während des Faschismus ist bislang eng mit der Person Mussolinis verbunden. Bekannt ist dessen 1925 geäußerte Forderung, man solle Platz schaffen und die Zeugnisse der glorreichen Antike – unter anderen das Augustusmausoleum, das Marcellustheater, das Kapitol und das Pantheon – von Überbauungen befreien. Wirkungsästhetisch sollten die Denkmale »giganteggiare nella necessaria solitudine«. Zugleich sollte sowohl neben den Resten der imperialen Vergangenheit als auch außerhalb der historischen Stadt das faschistische »Dritte Rom« entstehen.
Hinter der offiziellen Propaganda Mussolinis lassen sich jedoch widerstreitende Tendenzen erkennen. Der Studientag »Urbanistik in Rom während des faschistischen Ventennio« fragt daher nach der Vielzahl städtebaulicher Ideen und der Bedeutung von Architekten, Denkmalpflegern, Ämtern und Institutionen für den Umbau der Hauptstadt und die Organisation des Umlandes. Als Gemeinschaftsprojekt des DHI Rom und der Bibliotheca Hertziana werden Historiker, Kunsthistoriker, Archäologen, Architekten und Stadtsoziologen dafür das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, um somit ein differenzierteres Bild der römischen Urbanistik im faschistischen Ventennio zu erarbeiten.
Ort: Rom, Bibliotheca Hertziana - Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte