Klee / Benjamin

17.05.2016, Studientag, DFK Paris

Studientag des Deutschen Forums für Kunstgeschichte Paris am 17. Mai 2016, 8 - 16 Uhr

in Zusammenarbeit mit dem Musée national d’art moderne, Centre Pompidou und dem Goethe-Institut Paris.

Im Mai 1921 erwarb Walter Benjamin in einer Münchner Galerie den Angelus Novus von Paul Klee. Die Engelfigur erlangte nicht allein einen zentralen Platz in Benjamins Wohn- und Arbeitsumfeld. Das Bild wurde bald zu einem entscheidenden Referenzpunkt seines Denkens. Der Engel begleitete Benjamin bis ins Pariser Exil, wo es diesen im Frühjahr 1940 – wenige Monate vor seinem Freitod – zur folgenreichen Denkfigur des »Engels der Geschichte« inspirierte. Die Wahrnehmung des »neuen Engels« wird bis heute von geschichtsphilosophischen Reflexionen bestimmt. Das Kunstwerk selbst scheint dahinter nahezu zu verschwinden, obwohl seine philosophische Karriere sich gerade der materiellen Präsenz im Besitz von Denkern wie Benjamin, Theodor W. Adorno bis hin zu Gershom Scholem verdankt.

Im Rahmen der Retrospektive Paul Klee : l’ironie à l’œuvre, die vom 6. April bis zum 1. August 2016 im Centre Pompidou gezeigt wird, ist der Angelus Novus wieder in Paris zu sehen. Erstmals wird er dabei auch wieder zusammen mit der Vorführung des Wunders, jenem zweiten Klee-Bild aus Benjamins Besitz gezeigt. Das Deutsche Forum für Kunstgeschichte Paris und das Musée national d’art moderne organisieren aus diesem Anlass einen Studientag, der sich der engen Verschränkung von Benjamins Geschichtsphilosophie und Klees künstlerischen Motiven widmet. Neben einer Lektüre relevanter Textstellen bietet ein Aufenthalt in der Ausstellung in Gegenwart der Kuratorin die Chance, die Beobachtungen mit der Materialität der Kunstwerke abzugleichen.