Postcolonial Studies haben eine scharfe Kritik am Exotismus verfolgt. Infolgedessen gerieten auch die frühe Rede vom Exotischen sowie ihr Nachleben unter Verdacht. Dabei wurde die Frage nach deren Verortung innerhalb der Kunstgeschichte vorschnell ausgeblendet. Dessen ungeachtet scheint der Begriff gerade aufgrund seines experimentellen und ambivalenten Charakters auffällig oft Verwendung gefunden zu haben. Der Rede vom Exotischen liegt offenbar eine Offenheit zugrunde, die im antagonistischen Diskurs über „das Fremde“ oder „das Andere“ in dieser Form nicht zu finden ist. Anders als Bezeichnungen wie Orientalismus oder Primitivismus ist der Begriff des Exotischen zudem weder historisch noch stilistisch oder räumlich begrenzt. Exotische Bilder wären in dieser Perspektive zu allererst Bilder, die faszinieren, verstören, oder aus anderen Gründen irritieren. Als Symptom einer Leerstelle deuten „exotische Bilder“ auf ein Bedürfnis der Kunstgeschichte, das in historiographischer Perspektive durchaus positiv befragt werden kann. Der Workshop möchte den verschiedenen Motivationen hinter diesen Diskursen in methodenkritischer und ideengeschichtlicher Perspektive nachgehen.
Anmeldeschluss ist der 31. Mai 2016.