Die "Deutsche Jahrhundert-Ausstellung" in Berlin (1906) und ihre kritische Rezeption

Vortrag, DFK Paris

Als Julius Meier-Graefe, Autor der drei Bände der Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst (1904), von Hugo von Tschudi mit der Ausarbeitung der großen „Deutschen Jahrhundert-Ausstellung“ beauftragt wurde, die 1906 in der Berliner Nationalgalerie eröffnet werden sollte, fanden seine Bemühungen einer historischen Einbettung der modernen Kunst innerhalb dieser Ausstellung eine fassbare Gestalt.

Die jüngste Entdeckung einer Reihe von vierzehn Postkarten mit bislang unbekannten Aufnahmen erlaubt es, die intendierte Inszenierung des Architekten Peter Behrens, die sich besonders durch die weißen Ausstellungsräume auszeichnete, besser beurteilen zu können. Als fruchtbare Verknüpfung einer Publikation mit neuen musealen Ausstellungsstrategien verkörpert dieses Ereignis einen Schlüsselmoment, der Wahrnehmung und Präsentation von moderner Kunst entscheidend prägen und für das 20. Jahrhundert modellbildend werden sollte. Durch die besondere Berücksichtigung der französischen Kritiken an dieser Ausstellung wird der Vortrag ein neues Licht auf diesen richtungsweisenden Moment deutscher Kunsthistoriographie werfen.

Vortrag in englischer Sprache
18.30 Uhr
Deutsches Forum für Kunstgeschichte, Hôtel Lully - Salle Meier-Graefe