Veranstaltungsort: Deutsches Historisches Institut in Rom
Heinrich Alberts Arien oder Melodeyen, die 1638 bis 1650 in acht Teilen erschienen, gelten als die bedeutendste deutsche Liedersammlung des 17. Jahrhunderts. Der Dichterkomponist veröffentlichte hier 190 Lieder, deren Texte überwiegend von Autoren der Musikalischen Kürbishütte stammen, dem Königsberger Dichterkreis um Simon Dach.
Texte, Melodien wie auch die vielfältigen musikalischen Formen, die in Alberts Arien zu finden sind, basieren auf italienischen, französischen und niederländischen Vorlagen. Doch wie gelangt beispielsweise eine italienische Aria oder ein höfisches Air de Cour in den geselligen Kreis der Musikalischen Kürbishütte und welche Transformation erfahren dabei die Vorlagen? Diese europäische Dimension der Arien zu rekonstruieren – das heißt Vorlagen zu ermitteln sowie Wege, Akteure und Medien des Kulturtransfers und Übersetzungsprozesse zu beschreiben –, ist Ziel des internationalen und interdisziplinären Arbeitsgesprächs.
Arbeitsgespräch im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 2130 "Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit" (Teilprojekt: Liedkultur des 17. Jahrhunderts als Übersetzungskultur).
Kontakt:
Astrid Dröse
astrid.droese(at)uni-tuebingen.de
Sabine Ehrmann-Herfort
ehrmann-herfort(at)dhi-roma.it
Sara Springfeld
sara.springfeld(at)uni-tuebingen.de
Programm
Montag, 24. Februar 2020, 14.00 – 19.00
14.00
Musikalische Eröffnung – aus Heinrich Alberts Arien
Charlotte Beckmann (Gesang), Matthew Gardner (Cembalo)
Martin Baumeister - Direktor des DHI Rom
Sabine Ehrmann-Herfort - stellv. Leiterin der Musikgeschichtlichen Abteilung des DHI Rom Astrid Dröse - Tübingen
Sara Springfeld - Tübingen
Begrüßung
14.30
Astrid Dröse - Tübingen
Einführung – Heinrich Alberts Arien und die europäische Liedkultur des 17. Jahrhunderts
Musikalisches Intermezzo
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I - Europäische Perspektiven
Moderation: Sara Springfeld - Tübingen
15.00
Sabine Ehrmann-Herfort - Roma
Das Lied – kulturelle Wechselwirkungen zwischen Italien und Deutschland in der Frühen Neuzeit
15.45
Pause
16.00
Jörg Wesche - Duisburg-Essen
Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit
16.45
Dinko Fabris - Matera
"A voce sola": dalla villanella sul liuto all'aria monodica con chitarra, modelli italiani da esportazione
17.30
Pause
Musikalisches Intermezzo
18.00
Inga Mai Groote - Zürich
Zwischen Süd und Nord, zwischen Manuskript und Druck – Wege und Medien musikalischer Übersetzung
Dienstag, 25. Februar 2020, 9.00 – 18.00
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II - Italienische und französische Bezüge
Moderation: Matthew Gardner - Tübingen
9.00
Sara Springfeld - Tübingen
"In genere recitativo"? – Heinrich Alberts Arien nach italienischen Vorbildern
9.45
Charlotte Beckmann - Tübingen
Caccinis Amarilli-Arie und ihre deutschen Adaptionen (Nauwach, Rist, Selle, Albert)
10.30
Pause
10.45
Jörg Robert - Tübingen
Robert Roberthins Lieder und ihre französischen Bezüge
Moderation: Markus Engelhardt - Roma
11.30
Astrid Dröse - Tübingen
Vom Hof in die Kürbishütte – Air de Cour-Adaptionen in Alberts Arien
12.15
Mittagsimbiss im DHI
13.15
Michael Belotti - Freiburg
Französische Melodien im deutschen Liedgesang um 1640
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III - Kontexte und Traditionen
Moderation: Bernhard Pattis - Tübingen
14.00
Dirk Werle - Heidelberg
Heinrich Albert und die literarische Geselligkeit
14.45
Pause
15.00
Sylvia Brockstieger - Heidelberg
Paratext und Liedtext – zu den lateinischen Motti der Arien
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IV - Konzepte und Transformationen
15.45
Mauro Masiero - Venezia
Le radici seicentesche del Lied: la produzione monodica accompagnata di Heinrich Albert
16.30
Marco Agnetta - Hildesheim
Theoretisch-systematische Perspektiven auf die Translation des barocken Liedes
Mittwoch, 26. Februar 2020, 9.00 – 12.00
Moderation: Lia Kentischer - Tübingen
9.30
Frédérique Renno - Freiburg
Mehrstimmigkeit – Einstimmigkeit. Sammlungsinterne Transformationen in Alberts Arien
10.15
Andrea Hofmann - Berlin
Das geistliche Repertoire der Arien – "Übersetzungen" des Genfer Psalters und der lutherischen Tradition
11.00
Abschlussdiskussion, Fazit
Kontakt bei Schwierigkeiten mit der Anmeldung: +39 06 6604921.
Besucher des DHI Rom werden gebeten, ihren Lichtbildausweis vorzuzeigen. Koffer bzw. Taschen größer als cm 40x35x15 sind nicht zulässig, keine abschließbare Garderobe vorhanden.
Alle Informationen sowie die Weiterleitung zur Anmeldung finden Sie hier.